Verbraucher legen Wert auf Qualität und Nachhaltigkeit

Verbraucher legen Wert auf Qualität und Nachhaltigkeit

AMELSEN. Ein interessantes Unternehmen in der Region hat die SPD-Bundestagsabgeordnete Frauke Heiligenstadt jetzt kennengelernt. Gemeinsam mit Vertretern der Dasseler Sozialdemokraten besuchte sie Tapir Wachs­waren in Amelsen. Vor über 40 Jahren hat Bodo Rengshausen-Fischbach in der privaten Waschküche in unmittelbarer Nähe des heutigen Unternehmens begonnen, Rezepturen zur Lederpflege herzustellen. Was daraus geworden ist, das erfuhr die Abgeordnete mit einer kleinen Gruppe von SPD-Ratsmitgliedern direkt vor Ort. Thema waren aber auch aktuelle politische Fragen, etwa die sogenannten „Ewigkeitschemikalien PFAS“. Sie sei gespannt auf dieses Unternehmen, sagte die Politikerin. Dass man ein Nischenanbieter sei, mache einen Teil des Erfolgs aus, so Bodo Rengshausen-Fischbach. Als die Waschküche zu klein wurde, habe man schräg gegenüber eine ehemalige Druckerei bezogen und für die Produktion genutzt. Eine entsprechend umgebaute Scheune kam vor einigen Jahren hinzu. Über die Zeit sei man „ordentlich gewachsen“, stellte er fest. Mit einem Mitarbeiter hat er angefangen, inzwischen sind es 20 – ein internationales Team, was allerdings zuweilen auch mit viel Bürokratie verbunden sei. Es gibt einen Online-Shop; geliefert wird aber vor allem an Fachversender. Langjähriger Kunde ist beispielsweise das Unternehmen Manufactum. Neu und auf gutem Weg sind die geschäftlichen Verbindungen zum Schuhproduzenten Birkenstock. Aus Amelsen kommen neu entwickelte Pflegemittel für den Korkrand.

Hier werden, das erlebten die Gäste beim Rundgang, viele Arbeitsgänge per Hand erledigt: etikettieren, verpacken, abfüllen in Flaschen, Dosen und Tuben, verschrauben. „Wir sind eine Manufaktur.“ Produziert wird ökologisch zertifiziert und in Bio-Qualität, „das ist sowohl für die Kunden als auch für uns wichtig“. Die Rohstoffe bezieht Tapir aus aller Welt, und jeder hat eine unterschiedliche Funktion, etwa für Glanz oder für Geschmeidigkeit. Mit viel Fachwissen würden die Rezepte selbst entwickelt. Nachhaltigkeit, so die Erfahrung, sei ein Thema, auf das viele Verbraucher immer größeren Wert legten, ebenso wie auf Produktqualität.

Als „Katastrophe“ bezeichnete es Bodo Rengshausen-Fischbach, dass sich die Politik nicht für das Verbot von „Ewigkeitschemikalien“ entschieden habe. Es gebe, machte die Abgeordnete deutlich, einige wenige Anwendungen, für die sie sinnvoll seien – allerdings auch viele Bereiche, wo das nicht der Fall sei. Zudem spiele auch europäische Politik hier eine Rolle. „Die Chemie-Lobby hat da Politik gefügig gemacht“, kritisierte er, „und das treibt uns um.“ Für viele Einsatzbereiche brauche man diese Stoffe nicht, da gebe es bessere Alternativen. Die Abgeordnete sagte zu, dieses Thema im Blick zu behalten.

Soziale Sicherung für Mitarbeiter und die notwendige Infrastruktur, das sei es, was das Unternehmen brauche, hieß es weiter. „Wie gewinne ich Mitarbeiter, und wie kann ich sie halten“, das seien auch die Fragen, die bei ihren Besuchen in den Betrieben auftauchten, sagte die Abgeordnete. Arbeits- und Fachkräftemangel sei ein durchgehendes Problem, das wegen des demografischen Wandels auch erhalten bleibe. Bessere Möglichkeiten beim Öffentlichen Personennahverkehr in ländlichen Regionen, auch dazu müssten neue Ideen entwickelt werden. Immer wieder, das machten die begleitenden SPD-Politiker deutlich, klemme es da beim Geld: Die Kosten für einen Rufbus habe man gründlich ermittelt – und sie lägen über dem, was die öffentlichen Haushalte hergeben würden. Dabei gebe es aber auch gute Beispiele, wie man zwar nicht mit Überschüssen, aber guter Nutzung überzeugen könne. Gute Mobilität dürfe es nicht nur in den Zentren geben, sondern auch fürs Land, sei sie wichtig.

„Ich bin überzeugtes Dorfkind“, machte die Gillersheimerin Frauke Heiligenstadt deutlich, und Heike und Bodo Rengshausen-Fischbach stimmten zu. Aber der ländliche Raum werde eben zu wenig berücksichtigt, er sei nicht ausreichend vernetzt.

Als Mitglied im Finanzausschuss und Berichterstatterin für die Themen Altersvorsorge und Verbraucherfinanzen nahm sie auch die Anregungen aus diesem Bereich auf: Die Forderung nach einer allgemeinen Rentenversicherungspflicht sei allerdings nur schwierig politisch umzusetzen. „Wir wissen, welche Probleme gelöst werden müssen“, sagte die Abgeordnete, die sich als SPD-Direktkandidatin erneut zur Wahl stellt: Rente, Kranken- und Pflegeversicherung, Energieversorgung – immer begleitet von großen Veränderungsprozessen. „Das Leben muss bezahlbar bleiben, das sind unsere Themen.“ Bedauerlich sei, dass es in vielen Fragen keinen Diskurs mehr gebe, sondern nur noch Schwarz-weiß-Positionen und keine Solidarität. „Wir brauchen mehr Solidarität, und das müssen wir auch zeigen.“ Man vermisse, da waren alle einig, ruhige Debatten – vielmehr sei es leider so, dass niemand mehr zuhöre.

Schließlich wurde die Frage nach der Herkunft des Firmennamens beantwortet: Man habe ein positiv besetztes Tier als Logo gesucht, so Bodo Rengshausen-Fischbach, und vor 40 Jahren habe man statt im Internet im „Brehms Tierleben“ nachgeschlagen und dort den Tapir entdeckt und ausgewählt – und ihm noch ein Stiefelchen verpasst: „Passt genau!“ Der Tapir sei zudem in vielen Ländern ein Glückssymbol, und sie seien schon lange im Zusammenhang mit dem Export.

Foto: Kondziella

Der Artikel über die Manufaktur Tapir Wachswaren, Schuhpflege und Lederpflege erschien im Januar 2025 in der Einbecker Morgenpost. 

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